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Die Doppelte Buchführung (Doppik) beschreibt das Prinzip, dass jede Geldbewegung auf zwei Konten (Herkunft und Ziel) festgehalten wird.

Dadurch ergibt sich die einfache Möglichkeit der Kontrolle der Richtigkeit, da die Summe der Salden aller Konten stets 0 sein muss.

Beispiel:

Wir haben eine Firma gegründet und wollen Würstchen verkaufen.

Um Würstchen und Senf kaufen zu können legt der Chef 100 Euro in die Kasse

  • 100 Euro von Einlage an Kasse.

Wir haben jetzt einen Barbestand von 100 Euro und gleichzeitig 100 Euro auf dem Einlagenkonto.

Das reicht aber nicht. Wir leihen uns daher noch 200 Euro von den Eltern.

  • 200 Euro von Verbindlichkeiten an Kasse

Davon kaufen wir jetzt für 150 Euro Würstchen und Senf. Und für 50 Euro holen wir uns Wechselgeld.

  • 150 Euro von Kasse an Warenbestand

Der Warenbestand hat jetzt einen Wert von 150 Euro. Das ist der schwierige Teil der Buchhaltung. Der Buchhalter sieht nur die 150 Euro. Aber die Würstchen werden verkauft, vielleicht selbst gegessen, gestohlen oder verderben. Das sind alles Vorgänge, die man nur schätzen kann, Aber mindestens einmal im Jahr muss man nachzählen und die Schätzung korrigieren. Das nennt man dann Inventur.

Einfacher ist da schon die Sache mit dem Wechselgeld. Da die 50 Euro wieder zurück in die Kasse wandern, ändert sich also der Kassenbestand nicht. Es erfolgt keine Buchung.

Wir sind erfolgreich und verkaufen am ersten Tag die Hälfte unserer Waren für 200 Euro. Und nun wird es interessant;

Ein Teil der Buchung lautet auf jeden Fall

  • 200 Euro an Kasse

denn in der Kasse sind ja tatsächlich 200 Euro mehr drin. Aber die 200 Euro können wir nicht vom Warenbestand abziehen, denn wir haben ja nur die Hälfte unserer Waren verkauft. Also können wir dort nur 75 Euro abziehen. Die Lösung liegt in einem weitern Konto, vielleicht dem schönsten, Aus Sicht eines Unternehmers: Dem Ertragskonto.

Also lautet die vollständige Buchung

  • 75 Euro von Warenbestand, 125 Euro von Ertragskonto, 200 Euro an Kasse

Etwas verwirrend mag sein, dass hier "von Ertragskonto" gesprochen wird. Das liegt daran, dass dies "von" eher die Quelle bzw. Gründe der Buchung bezeichnet und nicht tatsächlich fließendes Geld. Der Grund, warum wir 200 Euro in die Kasse legen konnten liegt also zum einen in der Abgabe des Warenbestandes und zum zweiten in einem erwirtschafteten Ertrag.

Wir haben also gesehen, dass in allen Fällen bei jeder Buchung auf beiden Seiten ("von"/"an") der gleiche Betrag gebucht wird und die Summe immer 0 ist.

Unsere Bilanz am Tagesende sieht dann so aus:

Aktiva:

Warenbestand 75,00

Kasse 350,00

Summe 425,00

Passiva:

Einlage 100,00

Verbindlichkeiten 200,00

Ertrag 125,00

Summe 425,00

Und wie man sieht, sind beide Seiten gleich, die "Bilanz" ist ausgeglichen. Und wenn das mal nicht der Fall sein sollte, dann kann die Nacht für den Buchhalter sehr lang werden.


Eine Buchliste zum Thema Doppelte Buchführung.