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Clearinghaus bezeichnet im Finanzkontext eine Organisation oder Einrichtung, die als Vermittler zwischen Käufern und Verkäufern bei der Abwicklung von Wertpapiergeschäften, Derivaten, Devisentransaktionen und anderen Finanzinstrumenten fungiert. Das Hauptziel eines Clearinghauses ist es, die Effizienz des Marktes zu steigern und das Risiko von Ausfällen zu minimieren, indem es die Erfüllung der finanziellen Verpflichtungen aus den Handelsgeschäften sicherstellt.

Allgemeine Beschreibung

Clearinghäuser übernehmen mehrere zentrale Funktionen im Finanzsystem. Sie fungieren als zentraler Kontrahent (Central Counterparty, CCP) für Transaktionen, was bedeutet, dass sie das Gegenparteirisiko übernehmen, indem sie selbst zum Käufer für jeden Verkäufer und zum Verkäufer für jeden Käufer werden. Dies reduziert das Risiko, dass eine Partei ihren vertraglichen Verpflichtungen nicht nachkommt. Zusätzlich zum Clearing und zur Abwicklung von Transaktionen bieten Clearinghäuser auch Dienstleistungen wie das Margining an, bei dem Sicherheitsleistungen (Margins) von den Teilnehmern hinterlegt werden müssen, um potenzielle Verluste aus den gehandelten Positionen abzusichern.

Anwendungsbereiche

Clearinghäuser spielen eine wichtige Rolle in verschiedenen Segmenten des Finanzmarktes:

  • Wertpapiermärkte: Sie unterstützen die Abwicklung von Aktien-, Anleihen- und anderen Wertpapiertransaktionen.
  • Derivatemärkte: Sie sind besonders wichtig für den Handel mit Futures und Optionen, wo sie das Gegenparteirisiko managen.
  • Devisenmärkte: Einige Clearinghäuser spezialisieren sich auf die Abwicklung von Devisentransaktionen.
  • Zahlungssysteme: Sie können auch in Systemen für den Zahlungsverkehr und andere Finanztransaktionen involviert sein.

Bekannte Beispiele

Einige der bekanntesten Clearinghäuser weltweit sind:

  • CME Group: Eines der größten Clearinghäuser, das eine breite Palette von Finanzprodukten abdeckt.
  • LCH.Clearnet: Ein führendes multinationales Clearinghaus, das Dienstleistungen für diverse Asset-Klassen anbietet.
  • Eurex Clearing: Teil der Deutsche Börse Gruppe, bietet Clearing-Dienstleistungen für eine Vielzahl von Derivaten an.

Behandlung und Risiken

Die Einführung und Regulierung von Clearinghäusern hat dazu beigetragen, das systemische Risiko auf den Finanzmärkten erheblich zu reduzieren. Dennoch sind sie nicht vollständig frei von Risiken. Die Konzentration von Transaktionen und die zentrale Stellung in den Finanzmärkten bedeuten, dass das Versagen eines Clearinghauses erhebliche Auswirkungen haben könnte. Daher unterliegen sie strengen regulatorischen Anforderungen und Überwachungen.

Ähnliche Begriffe und Synonyme

Ähnliche Konzepte im Finanzwesen umfassen das Settlement (Abwicklung von Transaktionen), die Börse (Marktplatz für Wertpapiere) und die Depotbank (verwahrt und verwaltet Wertpapiere für Investoren).

Weblinks

  • top500.de: 'Clearing House' in the glossary of the top500.de (Englisch)

Zusammenfassung

Ein Clearinghaus ist eine zentrale Finanzinstitution, die als Vermittler zwischen Käufern und Verkäufern in den Finanzmärkten agiert, um Transaktionen zu erleichtern und das Gegenparteirisiko zu minimieren. Durch die Übernahme dieser Rolle tragen Clearinghäuser dazu bei, die Stabilität und Effizienz des Finanzsystems zu erhöhen, während sie gleichzeitig durch regulatorische Rahmenbedingungen kontrolliert werden, um das Risiko eines systemischen Versagens zu minimieren.

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