English: Margin Call Obligation / Español: Obligación de Margen Adicional / Português: Obrigação de Margem Adicional / Français: Obligation de Marge Complémentaire / Italiano: Obbligo di Margine Supplementare

Die Nachschusspflicht im Finanzenkontext bezieht sich auf die Verpflichtung eines Anlegers, zusätzliches Kapital in sein Anlagekonto einzuzahlen, wenn der Wert der gehaltenen Positionen unter einen bestimmten Wert fällt, der als Wartungsmarge bezeichnet wird. Diese Situation tritt häufig in Kontexten auf, in denen mit gehebelten Produkten gehandelt wird, wie z.B. im Margin-Handel, bei Futures oder bei bestimmten Arten von Fonds. Die Nachschusspflicht soll sicherstellen, dass das Konto genügend Kapital aufweist, um die Verluste abzudecken, die durch Marktbewegungen entstehen können, und um die Integrität des Finanzsystems zu wahren.

Beschreibung

Die Nachschusspflicht ist ein wichtiges Konzept im Bereich der gehebelten Finanzinstrumente. Wenn Anleger auf Margin handeln, leihen sie Geld von ihrem Broker, um Wertpapiere zu kaufen, wodurch sie ihre Kaufkraft erhöhen und potenziell ihre Renditen steigern können. Dies erhöht jedoch auch das Risiko, da bereits kleine Marktbewegungen zu erheblichen Verlusten führen können. Fällt der Wert der Sicherheiten unter die Wartungsmarge, muss der Anleger zusätzliches Kapital einzahlen, um die Marge wieder auf das erforderliche Niveau zu bringen. Kommt der Anleger dieser Aufforderung nicht nach, kann der Broker Positionen im Konto liquidieren, um die Verluste zu decken.

Anwendungsbereiche

Die Nachschusspflicht findet in verschiedenen Bereichen der Finanzwelt Anwendung, darunter:

  • Margin-Handel: Anleger, die auf Margin kaufen, müssen möglicherweise eine Nachschusszahlung leisten, wenn ihre Positionen an Wert verlieren.
  • Futures-Handel: Teilnehmer am Futures-Markt können zur Leistung einer Nachschusszahlung aufgefordert werden, um ihre Positionen zu halten.
  • Geschlossene Fonds: Investoren in bestimmten Fondsstrukturen können unter Umständen zur Leistung von Nachschüssen verpflichtet sein, um das Fondsvermögen zu stützen.

Bekannte Beispiele

Ein bekanntes Beispiel für die Anwendung der Nachschusspflicht war die Schweizer Franken-Aufwertung im Jahr 2015, als die Schweizerische Nationalbank unerwartet den Mindestkurs zum Euro aufhob. Dies führte zu massiven Verlusten bei Anlegern und Brokern, die auf Margin gehandelt hatten und denen daraufhin Nachschussforderungen gestellt wurden.

Behandlung und Risiken

Die Hauptgefahr der Nachschusspflicht liegt in der potenziellen Verpflichtung, unerwartet große Summen nachschießen zu müssen, was die finanzielle Situation des Anlegers erheblich belasten kann. Um das Risiko einer Nachschusspflicht zu managen, ist es wichtig, das Leverage-Niveau sorgfältig zu wählen, Stop-Loss-Orders zu verwenden und das Portfolio regelmäßig zu überwachen.

Ähnliche Begriffe und Synonyme

In diesem Kontext verwandte Begriffe sind:

  • Margin Call
  • Leverage-Effekt
  • Wartungsmarge

Zusammenfassung

Die Nachschusspflicht ist eine Verpflichtung im Finanzwesen, die auftreten kann, wenn der Wert der gehaltenen Positionen auf einem Margin-Konto unter die erforderliche Wartungsmarge fällt. Sie dient dazu, das Konto ausreichend kapitalisiert zu halten und Verluste abzudecken, birgt jedoch das Risiko erheblicher finanzieller Belastungen für den Anleger. Ein umsichtiges Risikomanagement ist entscheidend, um die Gefahr von Nachschussforderungen zu minimieren.

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